Elektronische
archivierung
In den frühen 1990er Jahren, also gar noch nicht so lange
her, hatte ein durchschnittlicher Desktop-Computer eine
Festplatte mit einer Kapazität von 500 Megabyte. Wollte man
Daten auf einem Datenträger transportieren oder archivieren,
standen 3 ½-Zoll Disketten zur Verfügung, auf denen 1,4 MB
Daten Platz fanden. Solche Diskettenlaufwerke werden heute im
Handel nur noch als Zubehör angeboten. Längst haben sich weit
größere Speichermedien durchgesetzt – oder durchsetzen müssen.
Denn alleine das Betriebssystem von Microsoft installiert heute
rund zwei Gigabyte Informationen und auch andere Anwendungen
wie Musik oder Fotobearbeitungsprogramme sind diesbezüglich
nicht sehr sparsam.
Dies stellte und stellt natürlich neue Herausforderung an
die Industrie dar. Die klassische CD-Rom mit einem
Fassungsvermögen von rund 700 MB hat kurz nach der
Jahrtausendwende bereits ausgedient und wurde mehr und mehr von
der beschreibbaren DVD ersetzt. Doch auch diese Speichermedien
eignen sich nur beschränkt zur dauerhaften Sicherung und bieten
eine Lebensdauer von 10-20 Jahren. Das mag für eine kopierte
Musik-CD oder einem Film auf DVD reichen, aber wirklich
wichtige Daten erfordern weit leistungsfähigere
Speichermethoden. Leistungsfähig bezüglich Größe und Dauer,
versteht sich. Eine externe Festplatte wird den meisten
Anwendern schon eine große Hilfe sein. Aktuelle Modelle bringen
eine Kapazität von einem Terrabyte und mehr mit. Das ist das
Fassungsvermögen von fast einer Million Disketten, wie
wir sie aus dem alten PC her kennen. Leider sind auch
Festplatten nicht darauf ausgerichtet, ewig zu halten. Dank
stets fallenden Preisen empfiehlt es sich statt einer sehr
großen Platte zwei kleinere zu erwerben und die Daten an zwei
Orten zu speichern. Was bei Fotos ein ärgerlicher Verlust wäre,
kann im Schadensfall bei Firmendokumenten große Umtriebe
verursachen. Festplatten sind denn auch beim Transport sehr
gefährdet und während dem Betrieb sollten Platten nicht
geschüttelt werden.
Die Forschung nach neuen Speichermethoden bewegen sich
Richtung biologische und holografische Speicher, die dereinst
Milliarden von Terrabytes auf kleinstem Raum werden speichern
können. Auch Computerchips werden in winzigsten Ausführungen
angefertigt und schaffen ungeahnten Speicherplatz. Doch das ist
noch Zukunftsmusik. Für den alltäglichen Gebrauch eignen sich
neben der DVD derzeit so genannte Blueray-Discs. Auch
Flash-Speicher die als kleine Sticks daher kommen bieten
Kapazitäten von mehreren Dutzend Gigabyte. Die darin steckende,
schnelle Technologie wird vermehrt auch für PC-Systeme
verwendet und bereits werden Laptops ausgeliefert, die keine
klassische Festplatte mehr mitführen sondern nur noch über
einen Flash-Speicher verfügen.
Trotz dieser fortschrittlichen Methoden, droht der gängigen
CD-Rom, oder einer DVD wohl kaum das gleiche Schicksal wie der
alten Plastikdiskette. Viele Anwender sind nämlich schlicht
nicht bereit, jeden Technologiesprung mitzumachen und alle
Filme, Musikträger und Abspielgeräte ständig zu ersetzen. In
diesem Sinne wird sich die Blueray-Disc kaum als alltägliches
Speichermedium durchsetzen können. Der Grund könnte auch daran
liegen, dass aus heutiger Sichtweise das Speichervermögen einer
DVD für das Weitergeben einer Fotosammlung durchaus reicht. Ein
ebenfalls wichtiger Faktor ist das Internet. Immer mehr
Dienstleister bieten Speicherplatz im Internet an. Der Vorteil:
Weil die Firmen die Daten mehrfach speichern, ist man vor
Datenverlust relativ sicher. Orte, an denen uns Anbieter von
oftmals kostenlosem Speicher begegnen sind beispielsweise
flickr, youtube oder ein Bloghoster. Auch Google bietet in
seinem Mailprogramm fast grenzenlosen Speicher für Mails und
Dateianhänge an.
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